Einkommensrunde 2014 für Bund und Kommunen:
„Wir blasen den Arbeitgebern den Marsch!“ – 400 Beschäftigte bei Kundgebung in Koblenz

Kundgebung in Koblenz

Am 19. März 2014 protestierten 400 warnstreikende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des öffentlichen Kommunal- und Bundesdienstes in einer musikalischen Mittagspause vor dem Koblenzer Rathaus, um den Druck auf die am Folgetag in die nächsten Runde gehenden Einkommensverhandlungen zu steigern.

Nach Begrüßung durch die Ortsverbandsvorsitzende der Kommunalgewerkschaft komba rheinland-pfalz, Sandra Müller, sprachen der komba Landeschef Rolf Führ und Siglinde Hasse, Stellvertretende Vorsitzende der dbb Bundestarifkommission kämpferisch zu den Teilnehmern. Zusammen mit der dbb Landesvorsitzenden Lilli Lenz und dbb Landesvize Gerhard Bold, dem Vorsitzenden der dbb arbeitnehmervertretung rheinland-pfalz, unterstrichen sie energisch die gewerkschaftliche Forderung nach 100 EUR Sockelbetrag und 3,5 % Linearanpassung 2014. Eingerahmt wurden die Redebeiträge von der Koblenzer Mundart-Band WAD, Trommeleinlagen von ‘‘PiriPiri‘‘ und den dbb-Songs zur Tarifrunde (nachzuhören im Internet unter www.dbb.de).

Siglinde Hasse, stellvertretende Vorsitzende der dbb Tarifkommission und Mitglied der Verhandlungskommission, sagte auf der Kundgebung: „Die Arbeitgeber haben es wieder nicht geschafft, in der ersten Runde ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Dabei liegen unsere Forderungen seit Monaten auf dem Tisch: 100 Euro Sockel und 3,5 Prozent mehr. Die Hinhaltetaktik von Bund und Kommunen muss schnell ein Ende haben.“

Rolf Führ, Landesvorsitzender der komba gewerkschaft, verteidigte die Forderung gegen die Kritik der Arbeitgeber, die diese als „maßlos“ bezeichnet hatten: „Die Beschäftigten dürfen nicht für eine verfehlte Finanzpolitik in die Pflicht genommen werden. Es geht letztlich um nicht weniger, als den öffentlichen Dienst wieder attraktiv für Nachwuchskräfte und damit fit für die Zukunft zu machen.“

Gerhard Bold, stellvertretender Vorsitzender des dbb rheinland-pfalz, verwies auf die bereits heute dramatische Situation des öffentlichen Dienstes in Rheinland-Pfalz: „Pauschale Stellenkürzungen ohne vorherige Aufgabenkritik, Deckelung von Besoldung und Versorgung im Landes- und Kommunaldienst: Das alles geht am Personal, Tarifangestellten ebenso wie Beamten, nicht spurlos vorbei. So wird der öffentliche Dienst kaputt gespart“

Lilli Lenz, Landesvorsitzende des dbb rheinland-pfalz, lenkte den Blick auf die Folgen der Föderalismusreform und die Ablösung des ehemaligen Bundes-Angestelltentarifvertrags: Zersplitterung der Beschäftigungsbedingungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen mit dem Effekt, dass nur derjenige Dienstherr im Wettbewerb um die besten Köpfe bestehen kann, der gut bezahlt. Lilli Lenz: „Der öffentliche Dienst ist doch kein Wanderzirkus! Wir brauchen jetzt eine konkurrenzfähige Bezahlung. Wo kurzsichtig nur der Rotstift regiert, bleibt qualifizierter Nachwuchs weg und dann wird es zappenduster im öffentlichen Dienst!

Daniel Bach, der Chef der komba jugend im Land, unterstrich die gewerkschaftliche Forderung nach 100 Euro Plus und einer Übernahmegarantie für Auszubildende.